Kinderzahnheilkunde
Kreidezähne (MIH) bei Kindern
Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, kurz MIH, ist eine Störung der Schmelzbildung. Betroffene Zähne sehen fleckig aus, sind weicher als gesunder Schmelz und reagieren oft empfindlich.

Woran Eltern MIH erkennen
Typisch sind scharf abgegrenzte Flecken auf einzelnen Zähnen – weiß, cremefarben oder gelblich-braun. Betroffen sind meist die ersten bleibenden Backenzähne, manchmal zusätzlich die bleibenden Schneidezähne.
Weitere Hinweise, die Eltern häufig bemerken:
- Das Kind zuckt beim Zähneputzen zurück oder meidet bestimmte Stellen.
- Kaltes oder Warmes tut punktuell weh, obwohl kein Loch zu sehen ist.
- Von der Kaufläche bröckelt Material ab, obwohl der Zahn neu durchgebrochen ist.
Wichtig zur Abgrenzung: Kreidezähne sind keine Karies und entstehen nicht durch schlechtes Putzen. Die genaue Ursache ist bislang nicht abschließend geklärt.
Warum betroffene Zähne so empfindlich sind
Der Schmelz enthält an den betroffenen Stellen zu wenig Mineral. Er ist dadurch poröser und durchlässiger, sodass Reize schneller den Zahnnerv erreichen. Gleichzeitig bietet die raue Oberfläche Bakterien mehr Halt – das erklärt die erhöhte Kariesanfälligkeit.
Für die Behandlung hat das zwei Folgen: Betroffene Zähne brauchen mehr Schutz, und eine Betäubung wirkt bei ihnen manchmal weniger zuverlässig. Beides sollte von vornherein eingeplant werden.
Behandlung nach Schweregrad
Nicht jeder Kreidezahn braucht dieselbe Behandlung. Üblich ist ein stufenweises Vorgehen.
- 1
Beobachten und schützen
Leichte Formen ohne Substanzverlust werden dokumentiert und engmaschig kontrolliert.
- 2
Intensiv fluoridieren
Regelmäßig aufgetragener Lack macht die Oberfläche widerstandsfähiger und kann die Empfindlichkeit senken.
- 3
Empfindliche Flächen abdecken
Freiliegende poröse Stellen können versiegelt oder mit einer Füllung abgedeckt werden.
- 4
Stabil versorgen
Bei ausgedehntem Substanzverlust schützt eine Krone den Zahn dauerhaft besser als eine große Füllung.
- 5
Langfristig planen
In schweren Fällen wird gemeinsam mit der Kieferorthopädie überlegt, was langfristig sinnvoll ist.
Was zu Hause hilft
Eine weiche Zahnbürste und eine Zahnpasta, die zum Alter passt, machen das Putzen erträglicher. Wenn Ihr Kind bestimmte Stellen meidet, ist das kein Trotz, sondern meist Schmerzvermeidung.
Sagen Sie uns Bescheid, wenn das Putzen zum täglichen Konflikt wird – oft lässt sich mit kleinen Anpassungen viel erreichen. Ausführlicher steht das im Ratgeber Was sind Kreidezähne?.
Häufige Fragen zu Kreidezähnen
Sind Kreidezähne meine Schuld?
Nein. MIH entsteht während der Schmelzbildung, also lange bevor der Zahn sichtbar wird. Sie hat nichts mit der Zahnpflege im Alltag zu tun.
Wachsen die Flecken wieder heraus?
Der veränderte Schmelz bleibt bestehen. Was sich beeinflussen lässt, ist der weitere Verlauf: Schutz, Empfindlichkeit und die Vermeidung zusätzlicher Karies.
Betrifft MIH auch die Milchzähne?
Ähnliche Veränderungen können auch an Milchbackenzähnen vorkommen. Wird das früh erkannt, lohnt sich bei den später durchbrechenden bleibenden Zähnen besondere Aufmerksamkeit.
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Fluoridierung
Fluoridlack macht den Zahnschmelz widerstandsfähiger. Wie oft er sinnvoll ist, hängt vom Kariesrisiko ab.
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Prophylaxe & Kariesvorsorge
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Flecken auf den neuen Backenzähnen entdeckt?
Lassen Sie das früh anschauen – dann bleiben mehr Möglichkeiten, den Zahn zu schützen.