Kinderzahnheilkunde
Füllungen bei Milchzähnen und bleibenden Zähnen
Ein kariöser Milchzahn ist kein Zahn, den man einfach aussitzen kann. Er tut irgendwann weh, er kann den Nachfolger schädigen – und er ist als Platzhalter für das bleibende Gebiss wichtig.

„Der Zahn fällt doch sowieso aus“
Dieser Satz ist verständlich, aber er trifft nicht zu. Milchbackenzähne bleiben bis etwa zum zehnten bis zwölften Lebensjahr im Mund. Bis dahin kauen sie, halten Platz und führen die bleibenden Zähne an ihre Position.
Kommt es zu einer tiefen Entzündung, kann das den darunter liegenden Zahnkeim schädigen. Geht ein Milchzahn vorzeitig verloren, wandern die Nachbarzähne in die Lücke – dann fehlt später der Platz, und es wird ein Platzhalter nötig.
So läuft die Behandlung ab
- 1
Erklären, bevor etwas passiert
Jedes Instrument sollte gezeigt und benannt werden, bevor es in den Mund kommt. Kinder wissen dadurch, was gleich kommt – und was nicht.
- 2
Betäuben, wenn nötig
Vor der Spritze wird die Stelle mit einem Gel betäubt. Wichtig ist, abzuwarten, bis die Betäubung wirklich wirkt, statt früher anzufangen.
- 3
Karies entfernen
Das erweichte Zahnmaterial wird entfernt – so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
- 4
Füllen und aushärten
Der Defekt wird gefüllt und der Zahn wieder dicht verschlossen, damit keine Bakterien nachrücken.
- 5
Biss prüfen
Zum Schluss wird kontrolliert, dass die Füllung beim Zubeißen nicht stört.
Welches Material für welchen Zahn
Für Milchzähne und für bleibende Zähne gelten unterschiedliche Anforderungen: Ein Milchzahn muss noch einige Jahre halten, ein bleibender Zahn ein Leben lang. Auch die Größe des Defekts, die Lage im Kiefer und die Mitarbeit des Kindes spielen mit hinein.
Ist ein Zahn so stark zerstört, dass eine Füllung keinen ausreichenden Halt mehr findet, ist eine Kinderkrone oft die stabilere Lösung. Die Möglichkeiten sollten besprochen werden, bevor die Behandlung beginnt.
Wenn Ihr Kind Angst hat
Eine erste Behandlung muss nicht sofort eine Füllung sein. Oft ist es sinnvoller, mit einem reinen Kennenlerntermin zu beginnen und schrittweise aufzubauen.
Wie eine schrittweise Gewöhnung aussehen kann, steht auf der Seite Angstfreie Behandlung für Kinder.
Häufige Fragen
Muss mein Kind eine Spritze bekommen?
Nicht jede Behandlung braucht eine Betäubung. Bei kleinen, oberflächlichen Defekten geht es oft ohne. Ist eine Betäubung nötig, sollte sie vorbereitet und kindgerecht erklärt werden, statt zu überraschen.
Wie lange dauert ein Termin?
Bei Kindern sind kürzere Termine und dafür mehr davon meist der bessere Weg. Ein Kind, das nach 20 konzentrierten Minuten zufrieden aufsteht, kommt beim nächsten Mal gern wieder.
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